26.1.2012
Nachdem die Tour letztes Jahr von Picco und mir eingerichtet wurde, waren schon einige Seilschaften drin unterwegs. Nachdem Picco himself letztes Jahr schon zugeschlagen hatte, gabs nun eine Team-Rotpunktwiederholung von Albert und mir. Letztes Jahr gegen Ende der Saison reichte meine Motivation nicht mehr aus einen Versuch zu starten, hinzu kamen suboptimale Verhältnisse. Vom Einbohren wusste ich von dem tückischen, hookarmen Fels, der zudem noch recht unübersichhtlich ist. Nicht umsonst sind schon einge Aspiranten beim RP-Versuch abgeblitzt.
Doch heute sollte alles anders kommen: Trotz aller schlechter Rahmenbedingungen - am Parkplatz hatte es -15 °C - ging der erste Versuch auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit, es waren wohl sicher 15 Minuten, stand ich voll aufgepumpt am Stand, geschafft!
Albert kommt nach und ist nicht weniger paniert, zudem muss er gleich noch in die nächste M8-Länge. Doch auch die wird uns heute nicht mehr aufhalten und so stehen wir wenig später am letzten Stand, die kurze letzte Länge kann man gleich dazuhängen.
Die Hängenden Gärten schauen traurig aus, sind nicht mal ansatzweise zusammengewachsen, es rinnt auch kein Wasser mehr in der zentralen Säule. Easy Afternoon und Gasthausfall waren stark besucht.
Wir sahen die Schwierigkeiten bei Freikletterei bei ca. M9- und M8, also sehr ähnlich zu dem, was schon Picco vorgeschlagen hat!
Also: Wiederholer gesucht!
25.1.2012
Heute wollten wir in Prags auf Eissuche gehen. Die Verhältnisse im Süden sind allgemein recht gut und so fuhren wir optimistisch durchs Pustertal. Allerdings haben wir die Rechnung ohne die Alpini gemacht, die ausgerechnet hier und heute Schießübungen durchführten - Tal gesperrt.
Also: Alternativen gesucht! Gar nicht so leicht, aber gefunden haben wir dann doch etwas und Spaß gemacht hat's sowieso!
8.3.2011
Den ersten Teil der Reise verbrachten wir in der Nähe von Narvik, dann fuhren wir auf die Inseln der Lofoten zu einem Kletterfestival des norwegischen Alpenvereins.
16.2.2011
Gerade noch rechtzeitig vor noch höheren Temperaturen konnten Albert und ich gestern die geniale Linie "Crazy Diamond" am Rastentalfall klettern. Trotz der vermeintlich schlechten Verhältnisse für Eiskletterer in den letzten Wochen ists bereits das dritte absolute Highlight! Mit im Team war Altmeister Erich Gatt, der nach eigenen Angaben bereits "Jahrzehnte" auf diese Linie scharf war. Also nicht mit den Geräten, sondern mit der Kamera.
Was für eine Linie!
Danke an Arne & Kinglucky für den Tipp!
Benni
9.2.2011
Während es im restlichen Tirol frühlingshaft warm ist und sich die Leute um die letzten Parkplätze an der Martinswand reißen, sind wir auf der Suche nach steilem Eis.
Wie jedes Mal, wenns eigentlich zu warm ist, finden wir auch dieses Mal bei den Renkfällen ideale Bedingungen vor. Naja, eigentlich wars eher auf der kalten Seite...
Außer Alex und mir war heute niemand an den Fällen, so hatten wir eine gute Auswahl. Zuerst kletterten wir die "Teufelskralle", die heuer besonders im unteren Teil enorm dick aufgebaut hat.
Danach kletterten wir in die große Höhle unter dem linken Dach. Von hier aus kann man den gigantischen Vorhang klettern, der heuer gerade so herunterreicht. Die riesigen Zapfen hängen bis zu 25 Meter über die Dachkante herunter. Unser Ziel ist der große Balkon, hier beginnen jeweils die letzten steilen Ausstiegssäulen vom "Spinnenbein", "Eiskönig" usw.
Wir wollen uns eine besonders kühne Linie genauer anschauen. Bereits auf den Bildern vom Albert ist mir aufgefallen, dass unter der abgerissenen Säule des Eiskönigs noch eine kleine Säule übriggeblieben ist. In Kombination mit einer darunter klebenden Glasur könnte es möglich sein, dort hinauf zu klettern. Und tatsächlich: Vor Ort zeigt sich, dass ein feiner Riss die Eisgebilde verbindet und so zumindest theoretisch eine kletterbare Linie vorhanden ist.
Unser Entschluss steht fest, wir versuchen es. Für diesen Fall haben wir einen Satz Friends am Gurt, denn nach der Glasur ist erstmal Schluss mit Schrauben für die nächsten 10 Meter. Onsight in einem Mixed-Riss ist das immer so eine Sache, man kennt die Hooks nicht und kennt die Sicherungsmöglichkeiten nicht - das alles kostet Zeit und in einer überhängenden Linie wie dieser auch ordentlich Kraft. Meter für Meter kann ich mich hinaufarbeiten und bringe immer wieder Friends unter - genial!
Den superfragilen Zapfen hinter mir nutze ich nur zur Fortbewegung, jede Berührung kommentiert er mit einem dumpfen Summen.
Nach langem Kampf erreiche ich die Bruchkante der großen Säule. Dahinter bringe ich im soliden Eis eine gute Schraube unter. Jetzt kommt der härteste Teil: Der Föhn hat hier aus einer Säule ein ebenes Dach entstehen lassen. Auf der Innenseite klopfe ich ein gutes Loch heraus, das ich dann nach außen als Untergriff benutze. Innen auf der Säule stehend muss ich mich voll durchstrecken, um den äußeren Rand der Säule zu erreichen. Nachdem ich die kleinem Zapfen weggeschlagen habe, kann ich einen guten Halt für Hugo suchen. Die Ausgesetztheit ist unglaublich und die nachlassende Kraft förden ein kontrolliertes Pickelschlagen nicht unbedingt. Die Beine irgendwie um einen kleinen Eiszapfen klemmend versuche ich etwas höher wieder ein Gerät zu setzten. An Blockieren ist nach der bisherigen Route nicht mehr zu denken und auch die Füße lassen sich beinahe zu unbrauchbaren Nähmaschinenbewegungen hinreißen.
Wohlwissend, dass ich sowas überhaupt nicht brauchen kann, moblisiere ich meine letzten Reserven und rette mich ins Senkrechte. Jetzt muss ich erstmal wieder ruhiger werden. Unglaublich wie dich so eine Situation beeinflusst, ohne wirklich ernsthaft gefährlich zu sein! Die nächsten Meter im nunmehr sehr dankbaren 6. Eisgrad dienen der physischen und psychischen Beruhigung. Ein Blick nach unten zeigt, wie steil die Linie wirklich ist: Erst weit unten trifft mein Blick die Wand, es muss ein paar Meter überhängend sein.
Konzentration wieder aufbauen - jetzt keinen dummen Fehler mehr machen! Die letzten Meter zum Ausstieg genieße ich ganz bewusst - ich habs wirklich geschafft!
Schnell ist ein Stand gebaut und Alex nachgesichert. Fix und fertig kommt auch er am Stand an. Wir sind überglücklich, dieser Linie eine Begehung abgerungen zu haben.
Ob die Linie schon mal jemand geklettert ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist: Es ist nicht der „Eiskönig“ bei wenig Eis. Das ist eine eigenständige Mixedlinie mit Ausstieg über ein großes Eisdach. Nach Gesprächen mit dem Hausherrn der Renkfälle stellte sich heraus dass wir tatsächlich die ersten waren. Jetzt dürfen wir die Linie taufen, wir nennen sie „Eisföhnig“ und bewerten sie mit M7+/WI7.
So muss man den Föhn nicht nur als Zerstörer der eisigen Pracht sehen, sondern auch als Möglichkeit, Linien entstehen zu lassen, die ganz und gar aussergewöhnlich sind - Föhn, wir danken dir!
Benni, mit immer noch feuchten Fingern!
5.2.2011
Unverhofft kommt oft - und so auch heute. Eher spät marschierten wir um 9 ins Pinnistal, um 11 standen wir am Einstieg zum Magier. Aufgrund schöner Zufälle, was die Belegung der Fälle angeht, mussten wir so gut wie nie anstehen und es folgten weitere Klassiker, meistens eher etwas knackiger als normal.
So konnten wir noch die Eiszeit, die Rumpelkammer, die Kerze, Männer ohne Nerven und den Gully klettern. Ein langer Tag im Pinnis endet bekannterweise in der Hütte, wo wir uns ordentlich bekochen ließen. Leider wirds zunehmend wärmer und somit nix mehr da drinnen.
3.2.2011
In der Floite war nach 2 Stunden Marsch zuerst "Das Experiment" dran. Danach haben wir uns die neue Linie von Paul und Albert angeschaut - echt cooles Teil! Leider wird die Tour sehr selten diese Verhältnisse haben wie gerade jetzt.
Immer noch voller Tatendrang stiegen wir zum Wasserfall direkt gegenüber auf und versuchten uns dort. Nach einem Sprühkegel wartet gleich nach der Glasur moosiges Mixedgelände, knackig und gar nit so leicht. Mit reichlich Wasser von oben ist das Eis in einem miserablen Zustand, nicht gerade das, was man braucht, wenn die überhängende Linie die Arme eh schon aufgeblasen hat. Irgendwo geht immer irgendwas halbwegs Vertrauenerweckendes rein und so kämpfe ich mich Meter um Meter hinauf - irgendwann realisiere ich, dass ich nicht mehr umkehren kann, es bleibt nur noch die Flucht nach oben. Das Ding "Ground up" zu machen war eine ordentliche Überwindung und im unglaublich schlechten Eis sicher eines der heftigeren Manöver meiner Eislaufbahn. In Anlehnung an die verzweifelte Rastposition hinter dem großen Zapfen heißt die Tour "Quasimodo" und bekommt von mir neben einem M7 auch eine 7- im Eis.
Klaus holte sich im Nachsteig auch noch die obligatorische Dusche ab und dann gings mit den Ski zurück zum Auto.
Was für ein Tag!
24.1.2011
Weltcup ist was Besonderes, speziell der Allererste. Das wussten auch meine Nerven und so war nach dem Semifinale leider Schluss. Nichtsdestotrotz bin ich zufrieden, wäre in 4 Tagen aber lieber öfter als 2x geklettert...Nächstes Mal besser machen!
Das Wetter war genial, leider waren wir wie immer in der Parkgarage ; )
Ein besonderes Erlebnis ist die legendäre Party, die Bilder sprechen für sich!
18.1.2011
Haben den letzten warmen Tagen getrotzt und mehr Wasser verschluckt als bei so mancher Canyoningtour. Als Training wars optimal und im Dryland fanden wir nach 9 Tagen Hitze sogar noch Eis! Zwar ziemlich vergammelt, aber immerhin...
Auch in Markus Bendlers Homespot Waterworld haben wir vorbeigeschaut und uns in den Touren versucht. Echt geiles Gebiet!
Im Dryland gelang mir meine letzte offenen Linie "Schalldämpfer" M12 onsight am allerletzten Zaggen, aber immerhin. Dominik kämpft noch mit der Happy, wird aber wohl in kürze den Kampf gewinnen!
Jetzt geht´s nach Saas Fee zu meinem ersten Weltcup, mal schauen was der Wettkampf bringt.
Wen´s interessiert kann sich auf der Veranstalterhomepage den livestream anschauen.
http://www.iceclimbingworldcup.ch/service_webcam.htm
9.1.2011
Wir waren seit zwei Wochen nicht mehr im Dryland oben, aber das Warten hat sich gelohnt! Enorme Eismengen, wie ich sie dort noch nie gesehen habe, wehren sich tapfer gegen den Föhn. Wenns aber noch lange warm bleibt, werden aber auch die großen Zapfen bald fallen.
Unverhofft kommt oft und so ging mir gestern mit "Game Over" M13- mein Projekt für heuer auf! Zum ersten mal kam ich flüssig durch und scheiterte dann fast noch an der Dachkante, weil zu viel
Eis ein Durchkommen fast unmöglich machte und die eigentlichen Hooks verdeckte. Nach hartem Kampf war aber die Wiederholung von Alberts schwerster Tour im Dryland im Sack! Und das heuer beim 4. Versuch, einfach geil! Paul konnte sein Happy-Projekt erfolgreich abschließen, nachdem er es letztes Mal noch sprunghaft verlassen musste...
Voller Euphorie gelang mir noch "Unleashed" M11 im ersten Versuch, eine der letzten Touren, die mir oben noch gefehlt hat. Wir kletterten noch weitere Routen, auch "Seitenwind" M9+ und "Tension" M12+ bekamen noch Begehungen. Was für ein Tag!
Und: neue Projekte müssen her...
Danke an Gerhard für die Fotos!
Benni
5.1.2011
Ein paar Bilder von den Eisaktionen der vergangenen Tage.
21.12.2010
Nicht viele sind noch dabei, wenn es gilt, über 2 Stunden Zustieg in Angriff zu nehmen. Nicht jedoch der Klaus und so gings hinauf durch den steilen Wald zur "Serles Kakade" (lt. Führer). Der Wasserfall ist bereits vom Tal aus zu sehen, hat aber mit der Serles genau gar nichts zu tun - er steht nämlich unter dem Sonnenstein.
Heuer haben sich hier mehrere Linien gebildet und wir sind die linke (Serles-Kaskade) geklettert, um in den oberen Stock zu gelangen. 60m anspruchsvolles Röhreneis versprechen spannenden Klettergenuss!
Oben auf dem Band befinden sich zwei weitere Möglichkeiten, wir haben die linke gemacht. In der rechten Route hat das dünne Eis - genau wie rechts im unteren Stock - keine Verbindung mehr zum Fels. Es lässt sich mit der Hand wegnehmen...
Die Mixedroute "Schluchtzwerg" ist selber abzusichern, was recht gut möglich ist, und bietet Schwierigkeiten von M6 WI6+X.
Die Höchstschwierigkeit des Tages war allerdings der obere Teil des Zustiegs: mit Ski ein Horror, ohne Ski unmöglich. Ein einziger K(r)ampf im grundlosen Pulver über den Latschen. Ständig bricht man durch oder seine Stöcke ab...
Auch lustig: die finale Abfahrt mit dem Riesen-Rucksack durch den dichten Wald zum wohlverdienten Schnitzel im Gasthof Sonnenstein.
Danke an Klaus für die Bilder!
Benni
14.12.2010
In der Gegend von Nösslach sind wir fündig geworden. Drei nette Seillängen führen über dünnes Eis luftig hinauf. Wir fanden keine Begehungsspuren, auch keine Abseiler - ob schon mal jemand da war, diese Frage stellten wir uns immer wieder. Nach ausführlicher Recherche in den ötztaler Eis-Kreisen gibts in dem Bereich eine reine Eistour, die sehr selten steht. Schon einige Jahre alt führt "Das Gelbe vom Ei" über die gewachsene Säule hinauf. Jetzt gibts auch eine Mixedvariante für Saisonen mit weniger Eis, deshalb haben wir Namen und Bewertung abgegeben. "Feingold" ist also die Mixedvariante vom Eigelb, oder so...
Für Wiederholer: kurze Schrauben, C3s, C4 #3 sollten neben der normalen Eisausrüstung reichen. Das Dach kann man so gut selber absichern.
Viel Spaß, Benni
3.12.2010
Nach den Trockenpickel-Aufwärmübungen der letzten Wochen waren die Pickel und Steigeisen in den letzten Tagen erstmals richtig notwenig! Die kalten Temperaturen bescherten uns die ersten Zapfen und Glasuren.
Da kommt Freude auf! Albert, Dominik, Picco und ich pickelten den ganzen Tag im Nebel und übersahen beinahe, dass es schon relativ früh dunkel wird. Geile Verhätnisse, die Form passt und so fielen neben der obligatorischen "Aufwärm-M9" auch für mich neue Touren im 1. oder 2. Versuch. Auch mein neues Eisgerät funktioniert hervorragend, sowohl im Fels als auch im Eis - die Feuertaufe ist also geschafft! Das macht Lust auf mehr!
Bilder von Picco und mir.
enjoy, Benni
24.11.2010
Nach der Arbeitsaktion "Pimp my Klettergarten" inklusive Bergsturz war heute mal wieder Toolen angesagt, zumindest so wie es der "Arbeitsmuskelkater" zuließ...
Die Zahl der Besucher steigt ständig, heute hat es unter anderem auch Albert Leichtfried nach Mittelerde verschlagen.
4.11.2010
Die Zeit des wilden Blockierens und Fürchtens an kleinen Leisten und brüchigen Löchern hat begonnen. Erstes "Anklettern" im neuen Drytool-Klettergarten Bruchtal und im altehrwürdigen, ganz und gar nicht trockenen Dryland mit Albert, Klaus und Picco.
Der neue AustriAlpin Phrugo Prototyp hat bislang alle Misshandlungen klaglos überstanden und wird bald in die Serienproduktion entlassen!
30.10.2010
Klaus, Olli, Picco und ich starteten heute die Toolsaison im dafür eingerichteten Klettergarten Bruchtal. Dicke Unterarme inklusive!
6.3.2010
der morgendliche Blick aus dem Fenster
"Wir fliegen nach Tromsö, von dort dann weiter mit dem Mietauto."
Alberts Worte lassen mich die Karte vor einigen Wochen genauer studieren, um die Fakten für unseren Trip zu kennen: fast 70° Nord, der Polarkreis liegt südlich von uns. Dass es hier Eis gibt, steht außer Zweifel, aber kann man hier überhaupt noch leben? Schließlich ist man auf selber Höhe mitten in Grönland, am Nordende von Alaska und zum Nordkap sinds auch nur mehr wenige Kilometer. Aber nachdem uns Graham von der Lyngen Lodge ein paar Eisfotos gezeigt hatte, waren wir bereits überredet.
Ich möchte hier gar nicht allzu sehr berichten, auch sind meine Fotos eher schlecht als recht. Aber hierzu hatten wir ja unsere Profis für stehende und bewegte Bilder Klaus Kranebitter und Hannes Mair dabei und bald werden sie mit den Ergebnissen rausrücken.
Der Trailer von Hannes Mair gibt erste Einblicke in den Klettertrip und macht Lust auf mehr! Den link gibts hier
1.2.2010
Der Eisturm der Superlative ist ebenso wie die netten Locals jeden Besuch wert. Extrem fitte Routenbauer wie der Astner Kurt oder Mario Prinoth garantieren für gepumpte Arme und Muskelkater, die trinkfesten Locals sorgen für den anderen Kater!
Warum gibts so einen genialen Turm nirgends bei uns?!
Was für ein Wochenende: Immer wieder gern bei den lustigen Kerlen im hintersten Passeiertal, war das Wochenende nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch erfreulich: Trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit und müden Armen schaffte ich nach einer tollen Route im Halbfinale den Einzug ins Finale - und das bei der versammelten Weltcup-Elite. Gewonnen haben bei den Männern Markus Bendler (no na) und bei den Frauen Angelika Rainer.
Fotos in der Gallery
Die ersten Schritte im Dryland sind jedes Jahr aufs neue eine schräge bzw. überhängende Erfahrung. Wers nicht kennt, ANSCHAUEN!!!
Der erste Wettkampf der Saison ist vorbei und es war ein Spitzenevent!
Nicht nur aus meiner Sicht - ich konnte ins Finale klettern und mir dort den 5. Platz sichern - auch die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Spektakuläre Moves wurden geboten und Moderator Bernd Krainbucher, den so mancher vom NKDH-Rennen kennt, sorgte für Spitzenstimmung auf den Rängen.
Markus Bendler hat wie erwartet mit Top-Kletterei in einer Top-Route das Finale der besten 7 Kletterer gewonnen. Mit beeindruckender Leichtigkeit konnte er als einziger die Finalroute topklettern.
An dieser Stelle ein Dank an die Routensetzer Hias und Guido für die echt geilen Touren!
Norwegen war zum Eisklettern ja immer schon eine Reise wert, doch dieses Jahr wurde von “Jahrhundertbedingungen“ berichtet und die neuesten spektakulären Erstbegehungen (z.B. Robert Jaspers Fosslimonster) machten uns so richtig heiss!
Albert Leichtfried, Markus Bendler, Paul Mair der Fotograf Hermann Erber und meine Wenigkeit brachen schlussendlich Ende Februar von München aus nach Oslo auf und checkten uns zwei Leihautos. Erstes Ziel unserer Tour war Rjukan, unser stetiger Austausch mit den Eiskletterlocals versprach uns hier die besten Bedingungen.
Doch der erste Eindruck war bereits ernüchternd. Zum ersten Mal in diesem Winter waren die Temperaturen im Bereich der 0° C, was das Klettern in den anspruchsvollen Touren ziemlich limitiert.
Am nächsten Morgen starteten wir trotzdem voller Motivation und nutzten nach einer relativ kalten Nacht den Vormittagsschatten in der wunderbaren Säule der Juvsola WI 6.
Tags darauf konnten Albert und ich Lipton WI 7 punkten, eine sensationelle Eislinie! Der Name kommt vom orange-braunen Wasser, das hier aus dem Granit sickert.
Zwei gute Touren am Beginn, doch das Wetter der nächsten Tage sollte noch wärmer werden und Rjukan war aus unserer Sicht abgehakt. Also weiter zum nächsten Spot, was in Norwegen gleich mal einen Tag lang Autofahren bedeutet. Im Bereich der Hafenstadt Odda laden riesige Granitblöcke bei Frühlingstemperaturen zum Bouldern ein, an und für sich gut, wenn man nicht gerade zum Eisklettern da ist…
Unsere bösen Vorahnungen bestätigen sich immer öfter, wenn wir in Gebiete kommen, wo noch vor wenigen Tagen „Spitzenbedingungen“ herrschten. Oft erinnerten nur nasse Streifen am Fels daran, dass hier überhaupt jemals Eis war. Dieser lange Auto-Tag endete in Eidfjord, wo es bei der Ankunft bereits dunkel war. Doch am nächsten Morgen auch hier die Ernüchterung - viel zu warm - Klettern lebensgefährlich.
Die Moral fängt ein bisschen zu leiden an, doch Paul und ich finden in einer schattigen Nordseite eine durchaus würdige Wi 6, die uns immerhin 200m lang beschäftigt - unser Tag war gerettet.
Die nächsten Tage verliefen ähnlich, viel zu warm und dann auch noch Regen. Einziges Highlight bleibt die Begehung einer WI 7-Säule von Paul und mir, die sich temperaturmäßig gerade noch ausgeht. Am nächsten Tag von unseren Berichten gelockt werden Albert und Markus hier fast von einem Eiszapfen erschlagen.
Allgemeine Krisenstimmung, Hermann beschließt abzureisen und Paul und ich nutzen den Tag für Erkundungen und ein paar Klettermeter, allerdings nicht die Sorte, wegen der man nach Norwegen kommt.
Dann der nächste Tiefpunkt: Wir fahren an Robert Jaspers Wahnsinnslinie vorbei, die Temperatur weit im Plus. Tags darauf fehlt die Hälfte des 1000-Meter-Eistraums.
Uns gehen langsam die Ziele für die nächsten 10 Tage aus, das Wetter soll gleich bleiben und auch weiter im Norden Norwegens schmilzt das Eis, wir haben kein Glück. Wir beschließen den Abbruch unseres Trips und nehmen am Rückweg über Hemsedal noch den Klassiker Hydnefossen WI 6 mit. Mit super Kletterei und gutem Zustand bietet er uns einen versöhnlichen Abschied - leider gibts hier sonst kaum Routen.
Tags darauf haben wir unsere Autos in Oslo zurückgegeben und fliegen mit der Baltic Air über Riga nach München - auch noch mal spannend…
Übrigens: Ein paar Wochen darauf wurde es wieder kalt und ließ nochmals einige Eisklettereien zu. Muss man eben wiederkommen!
mfg Benni
Einladungs-Eiskletter-Wettkampf in Rabenstein, Südtirol
Jänner 2009
1. Platz Weltmeister Markus Bendler
2. Platz Benedikt Purner