alpine spirits
6.3.2010
der morgendliche Blick aus dem Fenster
"Wir fliegen nach Tromsö, von dort dann weiter mit dem Mietauto."
Alberts Worte lassen mich die Karte vor einigen Wochen genauer studieren, um die Fakten für unseren Trip zu kennen: fast 70° Nord, der Polarkreis liegt südlich von uns. Dass es hier Eis gibt, steht außer Zweifel, aber kann man hier überhaupt noch leben? Schließlich ist man auf selber Höhe mitten in Grönland, am Nordende von Alaska und zum Nordkap sinds auch nur mehr wenige Kilometer. Aber nachdem uns Graham von der Lyngen Lodge ein paar Eisfotos gezeigt hatte, waren wir bereits überredet.
Ich möchte hier gar nicht allzu sehr berichten, auch sind meine Fotos eher schlecht als recht. Aber hierzu hatten wir ja unsere Profis für stehende und bewegte Bilder Klaus Kranebitter und Hannes Mair dabei und bald werden sie mit den Ergebnissen rausrücken.
1.2.2010
Der Eisturm der Superlative ist ebenso wie die netten Locals jeden Besuch wert. Extrem fitte Routenbauer wie der Astner Kurt oder Mario Prinoth garantieren für gepumpte Arme und Muskelkater, die trinkfesten Locals sorgen für den anderen Kater!
Warum gibts so einen genialen Turm nirgends bei uns?!

Was für ein Wochenende: Immer wieder gern bei den lustigen Kerlen im hintersten Passeiertal, war das Wochenende nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch erfreulich: Trotz gesundheitlicher Angeschlagenheit und müden Armen schaffte ich nach einer tollen Route im Halbfinale den Einzug ins Finale - und das bei der versammelten Weltcup-Elite. Gewonnen haben bei den Männern Markus Bendler (no na) und bei den Frauen Angelika Rainer.
Fotos in der Gallery
Die ersten Schritte im Dryland sind jedes Jahr aufs neue eine schräge bzw. überhängende Erfahrung. Wers nicht kennt, ANSCHAUEN!!!
Der erste Wettkampf der Saison ist vorbei und es war ein Spitzenevent!
Nicht nur aus meiner Sicht - ich konnte ins Finale klettern und mir dort den 5. Platz sichern - auch die Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Spektakuläre Moves wurden geboten und Moderator Bernd Krainbucher, den so mancher vom NKDH-Rennen kennt, sorgte für Spitzenstimmung auf den Rängen.
Markus Bendler hat wie erwartet mit Top-Kletterei in einer Top-Route das Finale der besten 7 Kletterer gewonnen. Mit beeindruckender Leichtigkeit konnte er als einziger die Finalroute topklettern.
An dieser Stelle ein Dank an die Routensetzer Hias und Guido für die echt geilen Touren!
Norwegen war zum Eisklettern ja immer schon eine Reise wert, doch dieses Jahr wurde von “Jahrhundertbedingungen“ berichtet und die neuesten spektakulären Erstbegehungen (z.B. Robert Jaspers Fosslimonster) machten uns so richtig heiss!
Albert Leichtfried, Markus Bendler, Paul Mair der Fotograf Hermann Erber und meine Wenigkeit brachen schlussendlich Ende Februar von München aus nach Oslo auf und checkten uns zwei Leihautos. Erstes Ziel unserer Tour war Rjukan, unser stetiger Austausch mit den Eiskletterlocals versprach uns hier die besten Bedingungen.
Doch der erste Eindruck war bereits ernüchternd. Zum ersten Mal in diesem Winter waren die Temperaturen im Bereich der 0° C, was das Klettern in den anspruchsvollen Touren ziemlich limitiert.
Am nächsten Morgen starteten wir trotzdem voller Motivation und nutzten nach einer relativ kalten Nacht den Vormittagsschatten in der wunderbaren Säule der Juvsola WI 6.
Tags darauf konnten Albert und ich Lipton WI 7 punkten, eine sensationelle Eislinie! Der Name kommt vom orange-braunen Wasser, das hier aus dem Granit sickert.
Zwei gute Touren am Beginn, doch das Wetter der nächsten Tage sollte noch wärmer werden und Rjukan war aus unserer Sicht abgehakt. Also weiter zum nächsten Spot, was in Norwegen gleich mal einen Tag lang Autofahren bedeutet. Im Bereich der Hafenstadt Odda laden riesige Granitblöcke bei Frühlingstemperaturen zum Bouldern ein, an und für sich gut, wenn man nicht gerade zum Eisklettern da ist…
Unsere bösen Vorahnungen bestätigen sich immer öfter, wenn wir in Gebiete kommen, wo noch vor wenigen Tagen „Spitzenbedingungen“ herrschten. Oft erinnerten nur nasse Streifen am Fels daran, dass hier überhaupt jemals Eis war. Dieser lange Auto-Tag endete in Eidfjord, wo es bei der Ankunft bereits dunkel war. Doch am nächsten Morgen auch hier die Ernüchterung - viel zu warm - Klettern lebensgefährlich.
Die Moral fängt ein bisschen zu leiden an, doch Paul und ich finden in einer schattigen Nordseite eine durchaus würdige Wi 6, die uns immerhin 200m lang beschäftigt - unser Tag war gerettet.
Die nächsten Tage verliefen ähnlich, viel zu warm und dann auch noch Regen. Einziges Highlight bleibt die Begehung einer WI 7-Säule von Paul und mir, die sich temperaturmäßig gerade noch ausgeht. Am nächsten Tag von unseren Berichten gelockt werden Albert und Markus hier fast von einem Eiszapfen erschlagen.
Allgemeine Krisenstimmung, Hermann beschließt abzureisen und Paul und ich nutzen den Tag für Erkundungen und ein paar Klettermeter, allerdings nicht die Sorte, wegen der man nach Norwegen kommt.
Dann der nächste Tiefpunkt: Wir fahren an Robert Jaspers Wahnsinnslinie vorbei, die Temperatur weit im Plus. Tags darauf fehlt die Hälfte des 1000-Meter-Eistraums.
Uns gehen langsam die Ziele für die nächsten 10 Tage aus, das Wetter soll gleich bleiben und auch weiter im Norden Norwegens schmilzt das Eis, wir haben kein Glück. Wir beschließen den Abbruch unseres Trips und nehmen am Rückweg über Hemsedal noch den Klassiker Hydnefossen WI 6 mit. Mit super Kletterei und gutem Zustand bietet er uns einen versöhnlichen Abschied - leider gibts hier sonst kaum Routen.
Tags darauf haben wir unsere Autos in Oslo zurückgegeben und fliegen mit der Baltic Air über Riga nach München - auch noch mal spannend…
Übrigens: Ein paar Wochen darauf wurde es wieder kalt und ließ nochmals einige Eisklettereien zu. Muss man eben wiederkommen!
mfg Benni
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Einladungs-Eiskletter-Wettkampf in Rabenstein, Südtirol
Jänner 2009
1. Platz Weltmeister Markus Bendler
2. Platz Benedikt Purner
Fotos: Melanie Knünz
Das Dryland hat sich zu meinem Lieblings-Trainingslager entwickelt. Dort konnte ich meine erste M12+ spurfrei klettern.
Fotos: Klaus Kranebitter
Beim Woodstock 2007, einem Drytooling-Wettkampf in Innsbruck beim Landestheater, wurde ich Akademischer Meister bei den Herren.
Fotos: Melanie Knünz