Berg-News

26.3.2016

Solo-Winterüberschreitung Gleirsch-Halltalkette, Karwendel

 

 

 

Wenn große Projekte endlich Realität werden, fällt immer eine riesige Last von einem ab. Dieses Mal war sie besonders groß! Einige Jahre beschäftigt mich dieses Unternehmen jetzt schon, einmal musste ich abbrechen. Irgendwann war die Angst davor nochmals zu scheitern so groß, dass ich es kaum wagte, aufzubrechen.

 

 

 

Die Gleirsch-Halltalkette im Karwendel ist die zweite der vier Hauptketten und reicht vom Hohen Gleirsch bei Scharnitz bis zum Hundskopf bei Gnadenwald. Die bekanntesten Gipfel sind sicher die Bettelwürfe sowie die Lafatscher. Verbunden werden all diese Gipfel von einem langen Grat, der karwendeltypisch nicht immer ganz fest ist. Er präsentiert sich oft messerscharf, exponiert und ermöglicht luftige Kletterei mit tiefen Einblicken in 1000Meter Nordwand. Im Sommer verlangt der Grat den 4. Schwierigkeitsgrad, vorausgesetzt man findet den leichtesten Weg- was oftmals gar nicht so einfach ist. Im Winter bleiben die Schlüsselstellen dieselben, nur muss man sie jetzt mit Steigeisen klettern und die Griffe zum Teil erst mit dem Pickel freikratzen.

 

Ich kannte die Überschreitung vom Sommer und fühle mich generell bei dieser Art der Kletterei recht wohl- mein alpiner Werdegang startetet im Karwendel und führt mich nachwievor immer wieder hierher. Eigentlich sehr nahe an Stadt und Zivilisation kann man hier noch richtige Abenteuer erleben, echte Wildnis.

 

Bereits im Herbst legte ich ein Depot an, um unterwegs Gewicht zu sparen. Das hat den Nachteil dass man das Depot dann aber zwingend erreichen muss, sonst hat man ein Problem.

 

Mein erster Tag führte mich von Scharnitz über den Hohen Gleirsch, das Labyrinth der Riegelkarspitzen auf die Jägerkarspitze. Dieser Teil ist extrem verwinkelt, brüchig und heikel. Man ist für hundert Meter Luftlinie stundenlang beschäftigt. Der Abstieg über den Ostgrat  präsentierte sich stark überwechtet und sehr weich- ich hatte mit deutlich besseren Verhältnissen gerechnet. Kaum verfestigter Schnee ließ mich immer wieder schultertief einbrechen und machte den Abstieg zum Depot auf der Scharte zur Qual. Mit meinen Kräften am Ende beendete ich hier den ersten Tag.

 

Bereits beim Losgehen an Tag 2 war klar, dass ich es heute mental sehr hart werden würde: müde, kaum regenerierte Beine sowie von der Früh weg tiefer Schnee nagten an meinem Willen- immer wieder überlegte ich das Ganze abzubrechen. Doch Schritt für Schritt, Gipfel für Gipfel kämpfte ich mich durch den Schnee. So waren Jägerkarlspitze, Praxmarerkarspitze, Kaskarspitze, Sonntagskarspitzen, Bachofenspitze die Highlights während eines Tages, der aus super anstrengendem Spuren und Klettern bestand. In der größten Hitze suchte ich mir einen feinen Platz um Schuhe und Socken in der Sonne zu trocknen- meinen ersten Versuch musste ich damals abbrechen, weil meine Schuhe völlig durchnässt waren- das sollte mir nicht nochmals passieren!

 

Später erreichte ich mein Depot, nur war es ursprünglich für die Überschreitung in die andere Richtung geplant- das heißt westlich der schweren Stelle am Grat des Lafatscher. Jetzt war es allerdings davor, da ich ja in Scharnitz gestartet war. Ich wollte die Platte nicht kalt im Morgengrauen klettern, weshalb ich die eingeschneite Schlüsselpassage mit zwei Rucksäcken bewältigen musste- kein wirklicher Genuss!

 

Wenig später erreichte ich den Gipfel des großen Lafatscher, wo ich biwakieren wollte.

 

Einem traumhafter Sonnenuntergang folgte eine bitterkalte Biwaknacht, unterbrochen von gelegentlichem Schneeschmelzen für Tee und Essen. Nach einer wenig erholsamen Nacht war klar- der 3, Tag wird noch härter! Bereits total blau vom Spuren der letzten Tage kämpfte ich mich Schritt für Schritt weiter über Kleinen Lafatscher, Speckkarspitze, Signalkopf zum Aufschwung des kleinen Bettelwurf, im ständigen Wechsel zwischen heiklen Kletterstellen und tiefer Spurarbeit.

 

Oftmals kämpfe ich mit dem inneren Schweinehund, der mich zur Bettelwurfhütte abdrängen will. Gegen Mittag erreiche ich den großen Bettelwurf- nach einem kurzen Abstieg Richtung Norden erreicht man den Grat der zu den Fallbachkartürmen leitet. Diese brüchigen Gipfel sind eine Herausforderung und belohnen mit herrlichen Tiefblicken ins Vomper Loch.

 

Die von der Mittagssonne völlig durchweichte Schneedecke am Weg zur Fürleg lässt mich bis zu den Schultern einbrechen, doch egal wie lange es noch dauert- es ist mir egal. Denn ich weiß: Ich werde es heute schaffen!

 

Und so ist es: weder der Walderkamm noch der heikle Abstieg zum Kanapee können mich jetzt noch stoppen- ich bin erschöpft und trotzdem scheine ich zu schweben- das Wissen in Kürze etwas Gewaltiges zu erreichen gibt mir nochmals Kraft. Völler Freude erreiche ich um 16:00 den Hundskopf- der Berg, an dem für mich in bergsteigerischer Hinsicht alles begann- was für ein würdiger letzter Gipfel dieser Überschreitung!

 

 

 

Danke an Alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben!

 

Danke Gerhard für den Skitransport und die Bilder!

 

8.1.2015

"Mach 2" M6 WI 6+

Diese Linie hatte ich schon länger im Hinterkopf, allerdings hielten mich die letzten Jahre immer gute Verhältnisse anderswo davon ab sie endlich zu klettern. Weiters zeigt es sich heuer dass es gut sein kann, wenn ma noch ein paar Projekt auf der Liste hat! Für schlechte Zeiten sozusagen...

Wir erwarteten nicht viel- und haben uns mal wieder getäuscht. Die Länge haben wir beide unterschätzt! Eine leichte Eisrinne führt zu zwei knackigen Mixedlängen, die erste lässt sich gut absichern, bei der zweiten ist beherztes Wegklettern am Zapfen verlangt! Und Schrauben verboten!


5.2.2014

"Zweite Geige" WI 7/M7

Nachdem wir letztes Jahr im Langental unsere Spuren hinterlassen haben, dachten wir nicht, dass uns der nächste Eiswinter wieder genau dorthin bringen würde. Aber nachdem bei uns gar nichts geht und dort perfekte Bedingungen herrschen, heißt es auch heuer wieder Langental!

 

Bei einer Begehung der wunderschönen Zauberflöte fiel uns im rechtesten Winkel eine Mixed-Linie auf, die sehr einladend ausschaute. Beim Vergleich mit den Bildern vom Vorjahr zeigte sich: Letztes Jahr war hier fast kein Eis!

Und die Linie kann man eigenständig bis fast ganz oben klettern.

Wenige Tage später rückten wir dann aus - mit Elias Holzknecht als Film- und Fotosklaven.

 

Zuerst war wieder einmal Zauberflöte angesagt, um Elias ein Fixseil zu installieren. Dann gings ins Projekt: extrem brüchige, abdrängende M7 Länge für mich. Geniale, überhängende WI 7 für den Albert, dünn bröslige WI 7- für mich. Dann über die Säule von der Flöte raus.

Wieder eine geniale Tour mehr im Langental!

Und die Bilder vom Elias sind super, ich freu mich schon auf unseren gemeinsamen Norwegentrip!

 

 

1.2.2014

5 Erstbegehungen im Dryland

Nach ein paar neuen Eislinien im Frühwinter kamen in der letzten Zeit noch neue Mixedlinien auf meine Routenliste.

Angefangen hat's mit "Vogelhochzeit" M11+, einer Linie, die ich schon vor einiger Zeit angefangen habe und nun endlich fertig ist. Sie zeichnet sich durch einen super Längenzug in der Mitte und einem wackeligen Ausstieg aus - sehr spaßig!
Die Tour ist rechts der Fontok zu finden.

 

Noch am selben Tag konnte ich ein uralt-Projekt von Hannes Mair punkten, welches er zu seiner aktiven Zeit im Dryland (8 Jahre her?) hinterlassen hat, jedoch nie geklettert ist. Eigentlich schon angezählt von der Vogelhochzeit hatte ich aber das Durchstiegsglück auf meiner Seite und ich konnte diese zermürbende Oldschool-Tour erstbegehen - was für ein Tag! Aufgrund der vielen Figure Four's in der Tour taufte ich sie "Figure Four for free" , also Figure 443!

Mittlerweile konnte auch Albert die Tour punkten.

 

Noch weiter oben habe ich einen neuen Sektor eröffnet. Die leicht überhängende Wand verlangt Moral und Ausdauer, hat (normalerweise) viel Eis und verkörpert Mixed-Genußklettern pur!

Von links nach rechts gibts:

 

"Ausdauer.komm" M9-

"Walrossbiss" M9

"Macht plus Ausdauer" M8+

 

Und: Ich habe noch einiges vor!

8.12.2013

Black Denim, Ochsengarten

Lange mussten wir auf unseren ersten Eisausflug heuer warten, doch jetzt war's wieder soweit! Und dank des feuchten Herbsts wieder eine Linie erwischt, die vermutlich noch niemand geklettert ist ...

Über 3 "interessante Längen" führt Black Denim zum Ausstieg, runter kommt man zu Fuß. Ein schöner Saisonauftakt!

 

Am Heimweg hab ich mir noch andere Fälle aus der Ferne angeschaut:

Alle in Ochsengarten stehen schon, Scheißkluppenfall schaut gut aus, auch sonst fast alles da.

Hab dann noch schnell einen kleinen Baffl-Sprint eingelegt: unten Softeis, oben offen und echt tricky. Aber perfekt statt Kaffee & Kuchen ; )

4.8.2013

Alternativ-Relaxen

Nach einem genialen Kronplatz-Enduro war die Zeit reif, die Rennpause zu nutzen, um mich mal wieder in Ruhe zu erden. Das Traumwetter lud in die Berge ein und ich folgte.

Zuerst ging es mit Dominik an die Scharnitzspitze, wo wir den "Reinhard Schiestl Gedächtnisweg" 8 und den "Schmidhuberkamin" 6+ kletterten. Es war unerwartet kalt und selbst in der Sonne froren uns die Finger ein - kann das sein? Die Schwierigkeiten waren eh schon hoch, ein Rotpunktklettern der SSL war aber aufgrund messerscharfer Kalkrunsen schmerztechnisch undenkbar - mir fehlt noch die Hornhaut! Wir kletterten noch den Schmidhuberkamin daneben, eine echt lohnende Route!

 

Die nächste Aktion war eine Entfernung weißer Flecken auf meiner persönlichen Landkarte. Schon lange wollte ich die Hundstalumrahmung in den Sellrainern machen, war ich doch auf einigen Gipfeln noch nie oben und die Blockgrate sahen vielversprechend aus.

Herausgekommen ist eine abwechlungsreiche Runde mit über 20 km und 2350 hm. Gestartet bin ich in Pollingberg und bis Stieglreit ist's gegangen.

Dazwischen warten diverse Gipfel von grasig bis 4/5 in super Gneis

à la Chamonix - eine schwere Empfehlung für Leute, die sich auf Graten wohlfühlen und die Einsamkeit suchen: Den ersten Menschen hab ich am Rangger Köpfl getroffen ...

 

Noch ganz on fire von vorgestern gings heute wieder in dieselbe Gegend, um den "Rest" abzuhaken. Von Haggen gings aufs Seejöchl und dann die gesamte Überschreitung über Grießkogel und Hocheder bis Pfaffenhofen. Wieder über 20 km Wegstrecke ließen mich ordentlich bluten, es waren aber mit 1900 hm etwas weniger als letztes Mal - dafür saß mir heute das Wetter im Nacken. Ab Mittag waren Gewitter angesagt.

Perfekt getimed stand ich noch am Vormittag am letzten Gipfel und es ging nur mehr runter - im Tal beim Auto regnete es die ersten Tropfen: schnell zum verdienten Schnitzel!

5.5.2013

Skitourenwoche Ararat 5137m

Unsere heurige HSV-Skitourenreise führte uns in die Osttürkei. Dort starteten wir von Van aus rund um den See zu einigen Eingehtouren, Artos 3500m, Süphan 4060m wurden gemacht. Beides Traumtouren mit unendlich Potential in der Nähe.

Dann gings weiter zum Ararat, wo wir über Basecamp und Hochlager 2 Gipfelversuche hatten. Da der erste jedoch schon gepasst hat, waren wir schon einen Tag eher wieder unten.

Starker Wind am Gipfeltag sorgte für erschwerte Verhältnisse und bei  manchem Kameraden für Erfrierungen 2. Grades und machte den Gipfelaufenthalt leider recht kurz. Ebenso litt natürlich auch die Schneequalität unter der Brise ...

Fazit: alle Gipfel erreicht, kaum Höhenprobleme, mal GANZ andere Skitouren, andere Kulturen erleben - eine tolle Aktion!

31.1.2013

"Senza Piombo"

Weltweit erste cleane M10 Route, 5 Sl

Was für eine Woche! Nachdem uns im Langental heuer bereits schon einige Erstbegehungshighlights geglückt sind, wurde gestern ein weiteres Highlight gesetzt: Albert konnte die noch offene M10 Länge clean punkten!

Bereits zwei Tage zuvor waren wir die Route geklettert, wobei mir nach unfassbarem Kampf die M9-Länge clean onsight gelang! Über eine Stunde kämpfte ich mit der Länge, einarmiges Fädeln und Knoten von Sanduhrschlingen inklusive!

Jetzt ist's Geschichte ...

Bilder Klaus Kranebitter

24.9.2012

Marillensteig, 5+, 350m

Habe mir heute mit Melle eine schöne Plattenkletterei vorgenommen, die auf das Konto des unermüdlichen Erschliessers Reini Scherer geht. Die Route führt hoch über Mieming in einem wilden Kessel über zt. geniale Wasserrillen hinauf. Daher der Name: Ma, Rillen! Gag!

Die Kletterei ist aber der einfachste Part dieser Runde: nach dem ersten Zustieg wartet eine knackige Schlucht auf die Aspiranten, gleich danach schleicht man sich vorsichtig respektvoll am Eis des Fischs vorbei.

Der Abstieg ist dann wieder absolutes "Stürzen-verboten-Gelände", man folgt Trittspuren und Farbpunkten. Der Alptraum für unsichere Geher macht auch am "kurzen Seil" Sinn, allerdings nur, wenn es einigermaßen beherrscht wird, sonst sind ggf. beide weg...

Aber: Wer unten locker rauf kommt, sollte auch oben wieder runter kommen! Achtung: Abstieg bei Nässe/ Dunkelheit sehr heikel!

 

Benedikt

16.8.2012

Klettern am Sonnendeck

Voller Feude über meinen neuen Klettergarten gings heute mit Melle und guten Freunden ans Klettern. Die Routen, der Fels, die Aussicht, der Platz: alles genial. Weniger genial: In der letzten Route verabschiedete sich meine Fingersehne, angerissen, Zwangspause!

 

 

10.4.2012

Skitourenwoche Pyrenäen

Der heurige Tourentrip des HSV Absam Sektion Alpinismus führte uns in die spanischen Pyrenäen in die Gegend um den höchsten Gipfel dort, den Pico Aneto 3404m.

Danach stand noch Barcelona auf dem Programm, eine wirklich einmalig schöne Stadt!

Skitouren Anetogruppe

Barcelona

24.2.2012

White Magic Direct

Eigentlich wollten wir heute den Zauberer Merlin unter die Hauen nehmen, doch die Temperaturen waren jenseits von Gut und Böse. Anfangs noch optimistisch stiegen wir zur Tristenbachalm auf, doch sogar die Rodelbahn war schon gesperrt. Als wir unser Ziel schon sehen konnten, bewegten uns dann diverse Rutsche in der Umgebung doch zum Umkehren - heute leider nichts mit dem Merlin.

Alternativen? Schwierig, alles zu warm und zu lahnig!

Die Lösung: Da gibts irgendwo eine schwere Mixedroute vom Barni Schiestl, also nix wie hin!

Es waren fast alle Schlingen drin, also gings gleich zur Sache. Der Riss ließ sich ganz gut einschätzen und so ging ichs gleich recht konkret an! Ein paar der fixed Exen gingen extrem hart auf, was recht unangenehm ist, und auch der Übergang ins Eis war nicht ganz easy, aber kurz darauf war der Onsight-Versuch erfolgreich! Coole Sache, immerhin hat der Barni die Tour mit M10 bewertet ...

Wir kletterten beide Varianten, auch der Dominik  hat sich seine Mixedkletterdosis abgeholt und gleich die Route durchgeputzt ...

Schöner Riss, leider nicht immer ganz fest, aber trotzdem lohnend, vor allem als Ausweichziel ...

 

Greetz, Benni

 

 

18.1.2012

Vordere Brandjochspitze

Täglich im Blick, oft bestiegen und jetzt auch das erste Mal mit Ski bezwungen.

POC - piece of cake, wie man so geniale Tage auch nennt, wir hatten heute ein riesiges Stück vom Glückskuchen! Brandjoch bei Pulver, wann wirds das wieder geben? Danke an Klaus Zwirner für die Spur, er hatte gestern schon diese Idee. Beeindruckend und gefährlich zugleich ist der Zustieg über die Wiesen oberhalb der Höttinger, gewaltige Gleitschneemäuler und Spalten bis zu 4 Meter Tiefe lassen Gletscherfeeling aufkommen!

Mit der kommenden Warmfront ist´s vorbei...

 

 

17.1.2012

Rumer Spitz

Heute mit NKB-Unterstützung zur Mandlspitze, wo wir die guten Bedingungen für eine ostseitige Steilrinne nutzten. Weiter gings über den Westgrat auf den Hausberg der Rumer. Heute wars möglich direkt vom Gipfel einzufahren, z.t. hat´s sogar noch Pulver! Was für eine geniale Abfahrt! Ab der Rumer Alm gings über die Forstwege zurück zur Hungerburg. Danke an Michl und Andi für den super Tag!

29.12.2011

Arztal - Glungezer

Von der Kreuzspitze zum Glungezer

Gerhard und ich ließen uns nach Oberellbögen liefern, um über das Arztal auf die Kreuzspitze zu gehen. Unser Plan war es, den Glungezer über den Grat zu erreichen. Aufgrund des schönen Pulvers in der Nordmulde der Kreuzspitze fuhren wir jedoch bis in dern ersten Boden ab und stiegen erst dann zum Grat bzw. zur Gamslahnerspitze auf. In stetigem Auf und Ab erreichten wir durch eindrucksvolle Blocklandschaften den Gipfel des Glungezer.

In der Hütte ließen wir uns Gottfrieds Lachsnudeln schmecken und fuhren nach Sonnenuntergang nach Tulfes ab.

 

 

Bilder Gerhard

27.12.2011

Glungezer & Sonnenspitze

Selten lässt sich Arbeit so angenehm mit gutem Essen verbinden wie auf der Glungezerhütte. Hüttenwirt Gottfried hat nach der Sommerpause nochmals nachgelegt und serviert in der total renovierten Stube allerlei Köstlichkeiten!

Der Alpenverein Hall hat wirklich tolle Arbeit geleistet und in vielen Stunden Arbeit einen sehr gemütlichen Platz zur Einkehr geschaffen. Auch der neue Kachelofen ist eine Insel der Gemütlichkeit, man will eigentlich gar nicht mehr gehen!Gottfrieds Nudelgerichte sind ohnehin schon berühmt ...

 

Ganz neu ist das Pieps-Suchfeld, um den Umgang mit dem eigenen LVS zu trainieren. In den nächsten Tagen wird es offiziell eröffnet. Kommt vorbei und trainiert eure Fähigkeiten bei der Kameradenrettung, es kann Leben retten!

Und danach lasst euch von der Küche belohnen!

 

Man sieht sich oben!

 

Benedikt

24.11.2011

Bayrischer Traum 8/7 obl.

Lange träumten auch Klaus und ich von dieser Tour, jetzt haben wir den berühmten Haken im Führer machen können! Eine echte Traumtour, super Längen, besonders eindrucksvoll ist die cleane 35m Schuppe in der 5. SL.

In Wechselführung gelangen uns bis auf die ersten 2-3 Meter der Schlüsselseillänge alle Längen Onsight. Wir sind zufrieden!

 

Oans, zwoa, kraxelt!

Bilder Klaus

21.11.2011

"Hannemann" 6-, Scharnitzspitze

Das Wetter ist, eh klar, superschön, also wieder raus in die schönen Berge! Heute haben wir uns als Einstieg in Melle´s Alpinkletterkarriere im Wetterstein die Hannemann ausgesucht. Eine superschöne Verschneidungs- und Plattentour, die nur in der ersten Länge schon etwas poliert ist.

Die Tour ist "saniert", was bedeutet dass man eigentlich nur Expressen braucht.

Leider wurde hier nämlich überall gebohrt, auch da wo man mit höchstem Genuß Friends und Keile versenken könnte. Aber es gibt Schlimmeres...

 

Der Abstieg über den Ostgrat war im Schatten ordentlich zapfig! Wieder in der Sonne ist die Tour komplett und auf der Wangalm warten schon unsere Bikes darauf uns bequem ins Tal zu bewegen.

 

Wieder ein super Tag!

 

Benedikt

 

13.11.2011

Wilde Leck 3359m - Ostgrat

Im Sommer verletzt, im Spätherbst Wetterglück?! Nichts wie her mit den Sommerprojekten, nur aufgrund der kurzen Tage musste der Luxus-Winterraum der Ambergerhütte herhalten.

Zusammen mit Melle gings mit den Bikes zur Hütte, Strom und Heizung sorgen für einen gemütlichen Abend, schnelles Kochen und eine warme Nacht.

Mit dem ersten Tageslicht gings an den langen Hatscher zur Wilden Leck, bald im Schnee, dann am Gletscher und schließlich mühsam über Blockwerk zum eigentlichen Grat.

 

Wenn dieser endlich erreicht ist, sind die Mühen schnell vergessen: Traumgelände à la Chamonix verleitet zum Juchazen! Besser geht es kaum!

Nach dem Gipfel und dem Abstieg am gar nicht wenig heiklen "Normalweg" kommt dann aber leider wieder der lange Abstieg.

Gott sei Dank warten bei der Hütte die Bikes und so kommen wir schnell mit dem Liteville-Taxi zum Auto.

 

Was für ein genialer Herbst!

 

Benni

13.10.2011

Brandjoch Südgrat

2.10.2011

Gleirsch-Halltalkette

Schon lange stand dieses Unternehmen am Plan, jetzt hab ich das super Wetter genutzt. Freitag um 6:00 in Scharnitz mit dem Bike gestartet gings ins Samertal, wo ich zu Fuß weiterging. Erster Berg in der Kette und zugleich letzter einfacher Gipfel ist der Hohe Gleirsch, danach wirds gleich rustikal. Einer der Höhepunkte kommt gleich als nächstes im Bereich der inneren Riegelkarspitzen: zuerst ein schmaler Durchschlupf durch den Berg und dann ein unglaublicher splittriger Bruchhaufen. 100m Luftlinie, ca. 1 Stunde und einige Nerven.

 

Alle Passagen zu beschreiben wäre aber sicher zu viel, der schönste Teil ist wohl im Bereich Jägerkarlspitze bis Praxmarerkar, denn hier ist der Fels halbwegs fest.

 

Tagesziel war eigentlich die Pfeis, aber als ich um 16:00 auf der Sonntagskarspitze stand, wollte ich noch das Tageslicht nutzen und weiter zum Lafatscher Joch, um am nächsten Tag diesen Gegenanstieg zu sparen.

Mittlerweile bin ich 11 h unterwegs und die Kräfte sind ziemlich am Ende. Vor allem das Wasser muss ich mir seit Stunden rationieren, um auszukommen, obwohl ich drei Liter dabei hatte. Um 19:10 komme ich endlich in der Hallerangerhütte an, ziemlich am Ende, immerhin 13 Stunden in den Beinen und weit über 3000 HM...

 

Am nächsten Tag erwartet mich der "Rest" vom Speckkar über die Bettelwürfe und Fallbachkartürme bis zum Hundskopf. 7,5 Stunden später hab ich auch das geschafft, stehe auf der Hinterhornalm und bin erleichtert, denn der ganze heutige Tag war aufgrund des gestrigen Gewaltmarsches nur auf der Reservebatterie zu bewältigen!

 

Im Nachhinein bleibt die Freude, so ein großes Projekt geknackt zu haben, und die schmerzenden Knie sind schon wieder vergessen!

 

Tipps für Aspiranten:

- meine drei Liter Getränk waren bei diesem Wetter unterstes Limit!

- hatte einen Helm dabei und habe es nicht bereut: 1. Kopf anhauen (Heinz Zak fragen ; )) passiert öfters, 2. Sonnenschutz, 3. Steinschlag

- Orientierung speziell im ersten Teil (Riegelkarspitzen) schwierig, ohne Führerbeschreibung kaum zu finden, da auch keine Steinmandln

- sicheres Freiklettern bis zum 4. Grad, brüchig & ausgesetzt ist hilfreich.

 

Benedikt

27.9.2011

Jubiläumsgrat im Wetterstein

Da ich in letzter Zeit etwas eingeschränkt war, nutzte ich das Traumwetter der letzten Tage, um alte Projekte anzugehen. Besonders wichtig war der Jubiläumsgrat, da meine Regiocard Ende September ausläuft - und wer zahlt schon gerne den Normalpreis auf den höchsten Berg der Lieblingsnachbarn?

 

Partner gesucht, keinen gefunden, dann eben alleine. Biwak wirds wohl keines brauchen, auch wenn viele entweder schon auf der Gipfelterasse biwakieren, um im Morgengrauen zu starten, oder die Schachtel am Grat nutzen.

Die erste Gondel von der deutschen Seite geht um 8.00, meine Karte gilt nur in Ehrwald, deshalb komme ich erst um 9.00 am Gipfel an.

Ein kurzer Panoramablick und los geht's. Die anfängliche Skepsis über Eis und Schnee verfliegt schnell und es ist auch ohne Eisen perfekt zu gehen. Der Grat ist genial, nicht zu schwer, man kann schnell Strecke machen. Wie auf einer Slackline geht man auf der riesigen Mauer dahin. Im stetigen Auf und Ab überhole ich die ersten Bergsteiger vor mir.

 

Es läuft perfekt. Bald ist mir viel zu heiß und ich gehe im T-Shirt weiter. Rauf, runter im stetigen Wechsel. Immer wieder mach ich ein paar Bilder, muss mich aber zum Stehenbleiben regelrecht selber überreden.

 

Immer wieder überhole ich z.T. größere Gruppen aus aller Herren Länder, komme an der neuen Biwakschachtel vorbei und esse hier und da einen kleinen Happen. Die Gegend ist beeindruckend.

 

An den schwersten Stellen helfen Stahlseile aus. Diese locken aber auch zuhauf semialpine Kundschaft an und man muss aufpassen, dass man nicht selbst als Geländer mißbraucht wird, wenn man mal überholen will.

 

Den Hohen Blassen umgeht man nordseitig im tiefen Schnee, dann fehlt nur noch die Alpspitze. Als ich dort auf die Uhr schau, ist es erst 12:25, ich kann es kaum glauben. Unter hunderten anderen Alpspitzbezwingern esse ich mein Wurstbrot und mache mich dann auf zur Alpspitzbahn. Dort hat mir dankenswerterweise die Melle mein Auto abgestellt.

 

Eine wunderschöne Grattour bei Traumwetter und ebensolchen Verhältnissen liegt hinter mir und macht Lust auf mehr!

 

Benni

8.4.2011

Eigernordwand Heckmairroute

Klaus und ich haben endlich die Gelegenheit genützt und die Heckmairroute am Eiger abgehakt. Nach den Schneefällen waren wir die ersten in der Wand und brauchten dementsprechend mehr Zeit zum Spuren. Unter dem Quarzriss fanden wir einen passablen Biwakplatz und stiegen am nächsten Tag aus. Zwei Traumtage in einer Traumtour, die alle Strapazen vergessen macht!

Viva la Regeneration!

 

 

Bilder Klaus

Bilder Benni

15.3.2011

Nordkettenüberschreitung

Vom Forstwegende in Hochzirl (Danke an Taxi Melle) gings zum Solsteinhaus. Da ging die Spurarbeit los, denn leider war die letzten Tage keiner oben. Über die beiden Solsteine gings weiter in immer tieferem Schnee über den Grat, über Hohe Warte, Hinteres und Vorderes Brandjoch, Westliche und Östliche Sattelspitze zum Langen Sattel. Dort mussten wir unser erstes Biwak aufschlagen. Am nächsten Tag gings über Kemacher, Kaminspitzen und Seegrubenspitze aufs Kar. Hier mussten wir aufgrund zu warmer Temperaturen erstmal aufhören. Das Biwak war zu bequem, wir haben zu lange drin verbracht und der Schnee war leider schon zu weich geföhnt... Dass uns das Futter ausgegangen ist, war noch die Krönung des Ganzen.

 

Hier nach dem Beenden der Hauptschwierigkeiten aufzuhören, war eigentlich schlüssig. Und doch wurmte es mich. Schon beim Schnitzel im Alpina wusste ich, dass es so nicht bleiben kann. Ein alpinistischer Coitus Interruptus? Nicht mit mir!

 

Also war ich heute nochmal am Start und habe es zu Ende gebracht. Vom Hafelekar über Gleierschspitze, Mannlspitze, Rumerspitze, Thaurer Jochspitze, Pfeiser, Lattenspitze, Wildangerspitze und die Zunterköpfe gings bis Absam. Die kurzen Ski erwiesen sich in den Rinnen und den Querungen als Vorteil, gottseidank war niemand am Weg, der die Skitechnik bewerten konnte, kein Bild für Götter...

 

Schlüsselstelle, physisch wie psychisch, war der Abschnitt ab dem Törl. Der Föhn sorgte für gefühlte 50° C, bei jedem Schritt verhinderte nur der Rucksack ein Ganzkörpereinsinken, und der innere Schweinehund erklärte mir immer wieder sehr schlüssig, dass die Nordkette eigentlich beim Törl aufhört. Und ich mir den Rest über die Zunterköpfe schenken soll.

Irgendwann hab ichs dann doch geschafft, am Hochmahdkopf ist dann endgültig der Schnee vorbei und es geht wieder runter ins Tal.

Geschafft, endlich. Und der innere Schweinehund ist so fertig, der redet schon seit Stunden nix mehr...

 

 

13.11.2010

Bettelwürfe

Überschreitung Nördlinger Hütte bis Erlspitze

12.10.2010

"Oktoberfest" 8-, Hundskopf

Die Klettertour am Hundskopf ist endlich fertig, Robi und ich haben ja schon vor einigen Jahren mal den Grundstein gelegt.

Dem schönen Wetter sei Dank!

 

Ergebnis ist eine gebohrte alpine Klettertour, einen kompletten Satz Camalots 0,5 bis 3 sollte man dennoch mitnehmen!

Gerade in der 1. SL stecken nur 2 Bolts, der Riss lässt sich aber perfekt absichern.

Dann wirds alpiner, bevors über schöne Risse und Platten zur Schlüsselstelle geht, einem kleinen Bauch über einem Bandl.

Gefolgt von der Riesenkamin-Verschneidung, ein echtes Highlight!

 

Schwierigkeiten: "Oktoberfest" 8- oder 6 AO/A1

1. SL: 6, 30m, 2 Bolts: super Riß

2. SL: 7, 30m, 7 Bolts: Karwendelfels...

3.SL: 7, 30m, 5 Bolts: superraue Platten und Risse

4.SL: 8-, 25m, 5 Bolts: Verschneidung, Bauch, Verschneidung

5.SL: 7+, 35m, 7 Bolts: Riesenverschneidung

6.SL: 4+, 40m, 1 Bolt: über kleine Stufen zum Ausstieg

 

Die gesamte Tour wurde auch mit AustriAlpin Sauschwanzln versehen, man kann also jederzeit umdrehen oder auch von oben kommen. Nach dem zweiten Grat am Ostgrat einfach links hinab der Schulter folgen. Wenns steil wird, kommt dann ein Abseilring.

 

Der Zustieg von unten: Vom Parkplatz dem Jägersteig folgen, vor der 1. Reissn geht ein Steig nach oben, später über Schotter zum Fels, der Felsenrinne immer linkshaltend folgen (1-2) bis zu einer Wildfütterung (Salzleckstein). Hier nach links auf den Rücken und weiter hoch bis unter die Felsen, dann weiter nach links queren und schließlich auf einem schmalen Band in das Rinnensystem unter der Südwand. Nun rechtshaltend durch die Rinnen auf die Wand zu und zum Einstieg links ausqueren. Wenn man dann die Wand sieht, kennt man sich mit dem Topo eh aus. Der Zustieg ist ab der Wildfütterung mit Stoanmandln markiert.

 

 

 

 

2.7.2010

Sternenhimmel-Camping

Ohne Gewitter und unter klarem Sternenhimmel zu übernachten ist im Sommer was wirklich feines: Gerhard, Melle und ich haben unsere Schlafsäcke eingepackt und sind losgezogen. Ein paar lustige Sonnenuntergangfotos sind entstanden - viel Spass!

mfg

Benni

Staatl. geprüfter Berg- und Skiführer

Some good old news

Zurück vom Ararat 5137m

Norwegen, schön wars!

Meilenstein - vermutlich erste cleane M10 der Welt!

Pic: Klaus Kranebitter
Pic: Klaus Kranebitter